Wer über mich urteilt, sollte erst mal viele Meilen in meinen Mokasins gelaufen sein

Hier könnt ihr meine kleine Kunst Galerie anschauen: Meine Kunst

Moin moin….irgendwie habe ich noch viele technische Probleme diesen Blog als Reisetagebuch – für mich – und jeden den es interessiert – anzulegen. Aber da es mir auf den Inhalt ankommt, lege ich einfach mal los:

Ich war wirklich erstaunt wieviel negative Meinungen über mein Vorhaben, ohne Geld den Jakobsweg – Küstenweg zu laufen im Netz kursieren. Da ist die Rede von „Schnorrer“, oder gar „Bettler“. Was ist los mit Euch?

Ich würde auch gern eine Kreditkarte, Hotelvorbestellungen, mega technisches Equipment, mein Fax – Gerät, vordatierten Shuttleservice zum und von dem Jakobsweg, Super teure Outdoor – Ausrüstung (auch wenn abends gemütlich in einem warmen Bett die teure Jack Wolfskin – Jacke nicht wirklich gebraucht wird) und so allerlei zivilisatorische Annehmlichkeiten mit auf die Reise nehmen. Nein – Nicht wirklich –

Aber ich reise bestimmt nicht ohne Geld, um irgendwem zur Last zu fallen. Ich tue dies, weil ich keine andere Möglichkeiten habe. Ich höre schon die Rufe – „Geh arbeiten“, „die armen Spanier haben doch auch nichts“, …“und diese Jugendarbeitslosigkeit“…“wenn das jeder machen würde – Wo kämen wir dahin?“ etc. etc.

Aber regt Euch ruhig auf…in eurem kapitalistischen Elfenbeinturm – von oben herab, ist es leicht jemanden zu verurteilen. Lernt mich kennen…und...ich bin Nicht Jeder!!!

Also, klar nehme ich, was jemand anderer bereit ist mir zu geben. Aber ich gebe auch… mich Selbst, meine Musik, meine Kunst. Und es ist ja nicht so, dass ich arbeitsscheu wäre. Es ist nur so, das ich auf Grund einer Verurteilung gegen das Betäubungsmittel – Gesetz, ein Berufsverbot bekommen habe (5 Jahre für ein bisschen Gras). –

Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure – als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz

Dazu kommt, das ich seit langer Zeit an schweren Depressionen (Bipolar), an Angststörungen und Panikattacken leide…und zudem auch noch eine sehr hohe Affinität zu Drogen habe – die Ärzte sagen dazu „Politoxicomanie“. Teilweise habe ich solche schlimme Angst und Depris,- da kann ich die Wohnung nicht mehr verlassen. Jeder Termin wird für mich zu einem unüberwindbaren Problem.

Ich könnte selbst bei einem vollen Kühlschrank verhungern. 20 Kilo sind schon weg, man spürt jeden Knochen direkt unter der Haut.

Es ist das tief in mir verwurzelte Gefühl wertlos zu sein – so wie ich bin, das es mir verbietet gut zu mir zu sein.

..tief in mir haben meine Eltern ein Gefühl hinterlassen, das den Wert eines Menschen über Job, Gehalt und angepasstes Verhalten misst. Ich wollte schon als Jugendlicher nicht in so einer Welt – voll Habgier, Geiz, Konsumorientierung und „bedingter“ Liebe leben.

Mein Wunsch war es immer (wahrscheinlich der Wunsch eines jeden Menschen…) um meiner Selbst geliebt zu werden – Ich war schon so oft in geschlossenen Psychiatrien, dass ich aufgehört habe mit zuzählen, habe bereits 6 stationäre Langzeit Therapien, zig ambulante Psychotherapien, Substitutionen ( Pola, Meta, Kodein, suboxone, Subotex), Entgiftungen und Gefängnisaufenthalte hinter mir. 2 Selbstötungsversuche –

Kurzum ich bin ein Wrack. Nach fast vierzig Jahren im Drogensumpf spüre auch ich langsam die Folgen…(psychisch, physisch, materiell und vor allem was meine Beziehungen zu Familie und Freunden angeht – bin ich so ziemlich… „voll am Arsch“).

Doch aufgeben kommt zur Zeit für mich – noch nicht in Frage. Aber ich bin ein menschliches Wrack, das sich gut kennengelernt hat und noch weiß, das es immer- immer irgendwie weiter geht…-

Wenn ich diese Nacht überlebe…

Und die einzige Möglichkeit weiter zu leben, sehe ich darin, etwas total verrücktes zu tun und einfach los zulaufen und darauf zu hoffen das Gott mir seine Liebe zeigt.

Vielleicht lerne ich ja sogar die Menschen zu lieben und mich dem roussouischen Menschenbild (Er sei von Natur aus gut) anzunähern. Bis es jedoch soweit ist, halte ich es eher mit Thomas Hobbes („Homo hominis lupus – Der Mensch ist des Menschen Wolf“ ). Ich werde meinem Leviathan begegnen – Auch wenn ich dieser vielleicht selber bin. –

Ich möchte mich hier auch nicht aus heulen – Oder gar beschweren…Es ist nun mal so wie es ist- Ich war (eigentlich) der Steuermann – meines Lebens – Ich habe die Entscheidungen getroffen (in sofern man als hochgradig süchtiger Mensch – seine „eigenen“ Entschlüsse überhaupt treffen kann), die mich schlussendlich zu dem Punkt – an dem ich heute bin, gebracht haben.

Deshalb möchte ich mich ja auch nicht beschweren… Ich würde – trotz all des Elends und all des Leids, das ich erlebt habe – und trotz /oder vielleicht genau – wegen -der gemachten Erfahrungen- heute wieder- höchst wahrscheinlich, – ähnliche Beschlüsse fassen.

Ich meine, …- irgendwie bin ich ja gerade schon wieder dabei…denn die Idee …ohne Kohle den Jakobsweg zu gehen, entspringt nicht gerade einer durchdachten Planung und Vorbereitung. Ich mache es wie immer…

Meine Kunst

Ich stelle mich selbst mit dem Rücken an die Wand – um nur noch Vorwärts zu können…

Genau so habe ich es damals auch in Amerika gemacht. Als ich in New York stand und das Wohnmobil, dass wir jetzt schon sieben Jahre drüben hatten ( in San Francisco hatten wir einen deutschen Bekannten ) auf das Schiff nach Bremerhafen verbracht habe, musste ich eine schwer wiegende Entscheidung treffen, die Folgen bis zum heutigen Tag hat (psychisch und juristisch..).-

Ich habe ein lebenslanges Einreise Verbot in die USA (Ich hätte so wieso kein Bock in ein Land zu gehen, das von einem narzisstischen, egozentrischen Arschloch angeführt wird).

Eigentlich war es schon immer so… bei meiner Auslieferung habe ich dem Staatsanwalt noch gesagt, dass ich mich nicht aus dem Land werfen lasse…

„…denn ich liebe dieses wunderschöne Land…das einzig schlechte daran ist…-das es voller Amerikaner ist.“

So stand ich also damals in New York an der riesigen Hafenanlage. Mein Hund Apache (Halb Kojote /halb Pitbull ), der ja der eigentliche Grund war, dass ich das Land damals nicht verließ.

Eigentlich hatte ich nun lange genug die USA bereist. Ich kenne das Land besser, als die meisten Amerikaner (kein Wunder… bei nur 2 Wochen Urlaub im Jahr. Deshalb lach ich mich auch immer halb tot, wenn Amis mal in Europa waren, und echt dachten….sie könnten…auch nur am Rande….mitreden….sie haben ja schließlich das“echte Europa “ kennen gelernt.

Das muss man nur mal versuchen – sich vor zu stellen: Europa in 2 Wochen. was für ein Witz. Da habe ich ja länger gebraucht, um eine Stadt- auch nur annähernd kennen zu lernen. Oder-

Wenn mich z.B. jemand gefragt hat, wie ich denn mit einem deutschen Wohnmobil (Wir hatten schon ca. sieben Jahre unser deutsches Heimat-Kennzeichen am Fahrzeug dran gelassen…) nach Amerika kommen würde?…Tja, dann habe ich immer erzählt ich sei durch den neu gebauten Tunnel (von Europa nach New York) gekommen. Ob sie denn davon noch nichts gehört hätten…

Den,- durch mein (in der Vorschau aussichtslos erscheinende – Abenteuer) Leben erlangten…

Erfahrungs- SCHATZ – würde ich für NICHTS auf der Welt eintauschen.

Auch nicht für ein eventuell – materiell abgesichertes Leben…NIEMALS.

Ich hatte ein super aufregendes Leben und „Je ne regret rien“ , um es mit Edith Piaff zu sagen. Wenn ich jetzt sterben würde…hätte ich in der Umkleidekabine des Lebens eine Menge zu erzählen (im krassen Gegensatz zu den meisten Menschen, die sich aus Angst – Nie in die Freiheit gewagt haben).

Ich war eine Kerze, die an beiden Seiten gebrannt hat.

Habe mein Leben auf der Überholspur gelebt – und es genossen, auch wenn es oft- sehr schlimm war. Ich weiß wie es ist – so richtig Hunger zu haben – und dann etwas zu essen zu bekommen. Wie es ist zu frieren – und dann einen Platz zu finden, an dem man sich aufwärmen kann. Habe es überlebt, als ich in Los Angeles von einer feindlichen Gang aus einem fahrenden Auto beschossen wurde….

Ich wäre beinah ertrunken, beim „white-water-Rafting im „Virgin River“ in Utah (damals war ich mit meiner damaligen Freundin, ihrer kleinen Schwester und ihrem Vater gemeinsam ca. 6 Wochen in dem Wohnmobil im Westen der USA unterwegs und da wir ja immer unser super geiles Metzler – Kanu auf dem Dach dabei hatten…wollte ich mit meiner Freundin mal ein bisschen Kanu fahren – ohne zu wissen wie der Fluss eine Kurve weiter flussabwärts aussah, was sich noch als großer und fast tödlicher Fehler erweisen sollte.

Wie es sich für mich gehörte (schließlich musste ich immer an meinen Ruf denken), hatten wir natürlich keinerlei Kenntnisse über den Fluss, keine gemeinsame „Kanu-Erfahrung“und selbstverständlich auch keine Schwimmwesten oder Helme (No Risk….No Fun). Eigentlich muss ich nicht weiter erwähnen, dass wir kenterten und dabei von der Strömung mitgerissen wurden.

Das Wasser war eisig kalt, denn es handelte sich ja schließlich um Quellwasser, welches jetzt im Frühling langsam in den Rockies taute, um dann ins tiefer gelegene Tal zu strömen. Und wie es strömte…Von wegen – „Virgin-River“….“Jungfrauen-Fluss“…

Höchst wahrscheinlich ist der Namensgeber des Flusses im Spät-Sommer, oder noch später hier gewesen. Denn das – was im Frühling, auf Grund der Schneeschmelze, aus dem, sonst so friedlich, dahin fließenden Flüsschen wurde hatte mit „Jungfräulichkeit“ nichts mehr zu tun.

Ganz im Gegenteil…aus der Jungfrau wurde ein wildes, brüllendes Monster, dass uns zu verschlingen suchte…

Durch den Schock des kalten Wassers hatte ich sofort das Gefühl, gleich die Besinnung zu verlieren. Wir wurden von der tosenden, weiß schäumenden Gicht- mit ungemeiner Kraft- mitgerissen und strömten wie kleine Plastikbälle hilflos durch die schäumenden Fluten. In dem eiskalten Nass – herum gewirbelt und orientierungslos – versuchte ich nur – nicht ohnmächtig zu werden, um nicht mit dem Kopf gegen einen der zahlreichen Felsen zu krachen.

Als es uns dann irgendwann gelang uns (-und später auch das Kanu…weiter Flussabwärts) zu retten, waren wir von Beulen und blauen Flecken und Schürfwunden übersät.

Ich kann die lebensbedohenden Situationen, in die ich mich schon „begeben“ habe, nicht mehr alle zusammen kriegen…denk ich ??? In der Relation zu so manch bescheuertem Ding, welches ich schon „geroppt“ habe – erscheint mir mein jetziges Vorhaben …relativ durchführbar. … Außerdem habe ich gesagt, dass ich los laufe…also mach ich das auch. Denn ich brauche meine Künstlerische Freiheit… sonst platz ich…und wenn die Luft erst mal mit vollem Druck durch ein Loch mit kleinem Durchmesser pfeift… zieht sich der Ballon zusammen…um dann zerknüllt…fertig….ohne Power und verschrumpelt…weg geschmissen zu werden. Das einig Schlimme was mir passieren kann…ist grade am Anfang….

Wenn ich wieder depressive Schübe bekäme und mich nicht trau…

… mich nicht trau…mich irgendwo hin zu setzen…meine Gitarre auszupacken…und einfach los zu spielen. Ich würde dann auch nicht mehr in die Kommunikation mit anderen Menschen gehen… Das wäre wahrscheinlich Verhängnisvoll….

Bitte Gott – gebe mir Kraft meine (mir selbst auferlegte ) Aufgabe zu erfüllen…und deinen Willen zu erkennen…und ihn auszuführen. Ich vertrau dir mein Leben an- auf das du mich leitest..mir den richtigen Weg weist…..

Ich glaube das die Intensität meiner Pilgerreise dadurch das ich jeglichem Besitztum aufgebe – nur noch verstärkt wird.

Vieleicht kann es ja der Eine, oder die Andere verstehen??? Ich bin natürlich jederzeit dazu bereit euch noch näher aufzuklären- Wer?- oder Was?- ich bin und warum ich diese Pilgerfahrt mache…Just ask me…(maybe bevor you judge me). Dieser Blog ist ein sehr persönliches Psychogramm meiner Reise auf dem Jakobsweg – und zu mir Selbst. Ich lade jeden interessierten dazu ein, mich auf dieser Reise zu begleiten.

Ob ich wieder zurück komme? Ob ich überlebe? I dont care . Mich interessiert, wie es ist, nichts zu haben, alles hinter mir zu lassen, sich nur noch um das wirklich elementare wie schlafen, essen, laufen zu kümmern und dabei Gott wieder näher zu kommen.

Meine Kunst

Meine Musik: Lieder für den Jakobsweg

Kategorien Jakobsweg, Pilgern, WandernSchlagwörter , , , ,

8 Kommentare zu „Wer über mich urteilt, sollte erst mal viele Meilen in meinen Mokasins gelaufen sein

  1. und die meilen die du so in deinem leben abgemacht hast….sind erstaunlich…..und das krasseste……du lebst noch immer….und bist halbwegs……nicht schlagen……..bei verstand

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    1. Du darfst alles sagen was du denkst…denn…..ich liebe dich…..muss dir nicht peinlich sein….love and peace

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  2. Lass die Leute reden, es gibt immer Leute die gegen dich sind. Vertraue auf dich und überwinde deine Ängste.

    Gefällt 2 Personen

    1. sag ich ihm auch immer…..lach

      Gefällt 2 Personen

  3. Genau das sollte eine Pilgerreise sein!❤️

    Gefällt 2 Personen

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