Mexikanisches Heroin in California

Los Angeles – Venice Beach

Als ich das letzte Mal in den Vereinigten Staaten war hatte ich von meinem Dad den Auftrag unser Wohnmobil, welches wir die letzten 7 Jahre in San Francisco bei einem Bekannten untergestellt hatten ( immer wenn wir nicht in den USA waren ), von Cali nach New York zu fahren und dann nach Bremerhaven – und damit zurück nach Deutschland – zu verschiffen.

Ich hatte ein 1 Jahres – Visum, ca. 10.000 Dollar (die ich im letzten Jahr in meinem Tattoo – Studio verdient und beiseite geschafft hatte), 15 Riegel Codein Kompretten zum Entziehen und einen Bekannten, den ich mitgenommen habe, dabei.

Ich hatte mir extra einen -von mir total verschiedenen Typen ausgesucht, weil ein Chaot auf der Reise reicht. Er war wirklich das totale Gegenteil von mir…so ein totaler „Bravmann“ …hat mit seinen 24 Jahren noch bei seiner Mutter gewohnt, war voll der Computer Nurd…und war immer noch Jungfrau…

Ich dachte, wenn ich ihn dabei habe komme ich nicht wieder auf so schräge Ideen und gerate diesmal nicht in so viele Schwierigkeiten.

Leider habe ich mich schon in den ersten Wochen, nachdem wir das Wohnmobil abgeholt hatten und ich ihm die Schönheiten der Westküste gezeigt habe, gestritten. Er wollte immer auf legale campgrounds. obwohl wir mit dem Wohnmobil perfekt ausgerüstet waren für die Wildnis( eigener 220 V Generator, 6 Schlafplätze, Werkzeug, Klimaanlage…Kanu).

Also wollte ich immer wild, einfach an schönen Stellen mit geiler Landscape, stehen, anstatt auf den immer gleichen (oder zumindest ähnlich aufgebauten) Campgrounds zu übernachten und dann auch noch 6 Dollar dafür zu bezahlen….Nicht mit mir…

Na, auf jeden Fall haben wir uns dermaßen in die Wolle bekommen, dass ich ihn Mitten im Nowhere, auf einer einsamen Wüstenstraße in Arizona raus geschmissen habe.  War schon ein Ur komisches Bild wie er so mit vollem Gepäck und seinem silbernen Fotokoffer an der Straße stand und in meinem Rückspiegel immer kleiner wurde…

Ich habe ihn übrigens nie wieder gesehen. Egal.

Also habe ich mich in Richtung Los Angeles davon gemacht. Dort angekommen bin ich direkt nach Venice Beach gefahren, da ich dort schon oft war und mir die Vibes dort gefielen.

Am 3. Tag habe ich einen Farbigen im Rollstuhl, der aussah, als ob er harte Drogen konsumiert, bis aufs Klo verfolgt. Als ich sah, dass er sich dort einen Druck machte, habe ich ihn angesprochen, ob er wisse wo ich etwas Heroin her bekomme. Er war ganz verschreckt und verneinte vehement. Was weiß ich für wen oder was er mich gehalten hat?

Doch wenn ich einmal die Drogenfährte aufgenommen habe, lasse ich so schnell nicht mehr locker.

Am nächsten Morgen wartete ich in der Nähe der Toilette…und siehe da..da war er wieder. Ich sagte ihm, dass ich aus Deutschland käme und unbedingt Stoff bräuchte. Ich würde ihm auch was zu essen geben und auch für ihn Heroin kaufen.

Schließlich willigte er ein und er zeigte mir wo in Venice Beach die Dealer rumhingen. Wir kauften 2 Ballons für 20 Dollar ( in Californien wird nur Mexikanisches Heroin verkauft…“Chiva“ genannt und in kleinen Luftballons eingeknotet), um sie bei Bullenarlarm schlucken zu können.

Also gingen wir (das heißt ich ging…er rollte…) zurück zum Wohnmobil um uns einen Druck zu machen- Ich fragte ihn ob er Asco oder Zitrone hat…Er sah mich verständnislos an und packte den kleinen Klumpen Harz auf einen Löffel…Wasser drauf… und rührte das ganze um, zog es in die Pumpe und setzte sich den Knaller.

„You don’t need Lemon“…sagte er und ich tat es ihm nach…Boahhh wie das knallte…Hammer…immerhin hatte ich seit meinem Abflug in Frankfurt keinen Stoff mehr gehabt und musste die ganze Zeit meinen Affen mit Kodein fernhalten.

Um es kurz zu machen…ich blieb ca. 8 Monate in Los Angeles…bis dann irgendwann meine 10 Mille aufgebraucht waren. Ich besorgte mir dann einen Pager und fing an in Venice zu verticken. Ich hatte einen Mexikaner aus East LA kennengelernt, bei dem ich mir immer größere Mengen besorgte…es in kleine Portionen a 10 Dollar mit einer Rasierklinge zerschnitt, in Ballons knotete und dann verkaufte. Inzwischen kannte ich fast jeden von der Szene am Strand und konnte so wenigstens meinen Konsum von ca. 3 bis 5 Ballons am Tag bestreiten, bis mich ein Ladenbesitzer bei der Übergabe gesehen hat… und mich mit Gebrüll verjagt.

Um mich über Wasser bzw. auf H zu halten habe ich meinen Standpunkt in die Innenstadt verlegt. Es war schon bestimmt eine abgefahrene Szene:

Ein großes, deutsches  Benz Wohnmobil…fährt mitten im Bario rum… es war 18 th Street Gang Area  …das wusste ich damals aber noch nicht…. aber was ich wusste war…das es dort Heroin gab…hier im Bario gibt es keine Gringos...da ich aber Deutscher war und kein Amerikaner… und auch noch tätowiert habe, habe ich mehrere Tage dort in diversen Wohnungen Mexikans tätowiert…darunter waren auch ein paar Homies von der 18 th Street Gang, die damals eine der größten Gangs der USA  waren.

Zu mir waren sie cool. Ich war schließlich der Mann, der ihnen Schmerzen bereitet. Und die Homies waren wirklich heiß auf neue !Gangrelated“ Tat’s. Solange mir beim tätowieren keine Fehler unterliefen war alles chicco…

Selbst als ich mir einmal in San Diego eine Überdosis Crystal Meth geballert habe und umgegangen bin… die Jungs vom Viertel dort .. sind bei mir geblieben und sie hatten mich nicht beklaut, während ich bewusstlos war, obwohl ich mehrere Hundert Dollares einstecken hatte… Es waren Jungs von Ehre… und sie hatten das richtig gute Chiva. Ich machte es mir also zur Angewohnheit zweimal die Woche zwischen LA und San Diego zu pendeln und dabei Drogen zu transportieren.

Damit ich nicht jedes Mal leer in den Süden fahren wollte, machte ich mich mit 2 Althippies, die ich vom Strand her kannte und mit denen ich schon einige Geschäfte gemacht hatte und meiner damaligen Freundin, die in einer Bluesband den Bass (wie ich) spielte, auf nach Frisco....ca. 450 Meilen nördlich von LA.

Zuerst schauten wir an der Berkley University, ob wir bekannte Gesichter sahen…Pat und Tom erkannten zwar jemand den sie kannten, aber er konnte uns bezüglich des LSD, welches wir wollten, leider nicht weiterhelfen.

Frustriert verließen wir die Stadt und versuchten unser Glück in Zentrum des richtig guten reinen LSD 25…das Zeug war so rein…man konnte es gefahrlos ins Auge träufeln…

Wir fragten einfach Leute, die so aussahen als ob sie uns in diesem Punkt weiterhelfen könnten. Nach ungefähr 2,5 Stunden hatte ich endlich jemand aufgetan, der uns dann endlich jemand vorstellte, der uns die Hits für 25 cent das Stück geben wollte, wenn wir mindestens 500 nehmen würden. Da die beiden Freaks schon 200 wollten, sagte ich ja und wir fuhren in eine Garage und zogen den Deal durch.

Jetzt saßen drei komische Typen und eine ziemlich junge und hübsche Braut in dem fetten Wohnmobil…mit immer noch (illegaler Weise) deutschen, selbst bemalten Nummernschildern…und ich war im Besitz von 300 Trips allerfeinstem LSD, um sie in San Diego, an die dort an der Marineairbase stationierten, Soldaten zu verkaufen. Die waren ganz heiß auf Acid weil sie auf Marihuana getestet wurden. Außerdem hatte ich natürlich mein überlebenswichtiges Heroin und wie eigentlich immer…mein ganzes Leben lang…auch was zu quarzen mit an Board.

Was ich damals nicht wusste, ist – das man in Kalifornien schon für den Besitz eines einzigen Trips… 15 Jahre kassieren kann…

Anyway…die Soldier boys bezahlten mir 5 Dollar für einen Hit. Also fuhr ich bestimmt ein halbes Jahr, immer kreuz und quer durch das schöne Kalifornien und verdiente mir so meinen Eigenbedarf.

Das ganze ging so lange, bis  bei einem Besuch der „Rose- Parade“ in North Hollywood das Wohnmobil nicht mehr anspringen wollte… ich es aber in der schlimmsten Ecke von North Hollywood abgestellt habe, da die Straßen so voll waren.

Nun hatte ich kein Geld. Weder fürs Abschleppen, noch für eine Reparatur in der Mercedes Fachwerkstatt. Ich stand also schon 2 Tage auf dem Parkplatz rum und so langsam roch meine Nase die Drogen.. ich war mitten im Drogenrevier… aber irgend etwas war anders… es waren die Leute…sie waren nicht gechillt wie Junkies…sondern hektisch, fahrig und mega aggressiv … es waren Crack Abhängige…und ich sage euch…dagegen sind Junks die wahren friedlichen Engel…..

Crack makes stupid within a Moment

Was Heroin mit mir in 38 Jahren nicht geschafft hat….hat das Crack binnen Wochen mit mir gemacht…was ich mal wieder nicht glauben wollte… und ich war neugierig…also kaufte ich mir für 10 Dollar einen Rock und zog ihn durch ein Glasrohr….

Ich atmete den weißen Rauch tief ein…..

(continued in the story „Lost in North Hollywood“)

Meine selbst gemalten Bilder findet ihr unter….:

Meine Kunst

 

Meine Straßenmusik hier:

Lieder für den Jakobsweg

 

 

Kategorien Drogen, Heroin, USASchlagwörter , , , , , ,

6 Kommentare zu „Mexikanisches Heroin in California

  1. scheissnheroin

    Gefällt 1 Person

  2. sei froh das du jetzt nicht in californien im knast sitzt—-hihihi

    Gefällt 1 Person

  3. der hammer was ich hier so alles aus dem leben meines alten erfahr….lach……aber jetzt wird mir auch einiges klarer….danke für deine offenheit

    Gefällt mir

  4. ich auch….hihih

    Gefällt mir

  5. Ich bin sehr gespannt wie diese Geschichte wetergeht…

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close