Wie Wut und Hass dich nur selbst zerstören

Um zu beschreiben wie Hass und Wut immer nur den hassenden… und gendergerecht…die Hassende…. selbst zerstören, würde ich euch heute gerne eine Geschichte erzählen:

Vor einigen Jahren habe ich mir meinen lebenslangen Traum erfüllt, und mir eine Harley-Davidson geholt.

Ich bin damals zur Harley-Factory nach Frankfurt gefahren und habe mir eine gebrauchte 1200 Sportster gekauft und diese Bar bezahlt. Das Geld hatte ich mir von meinem Vater geliehen.

Mein Traum wurde wahr…

Nachdem ich mein Liebling ein Jahr gefahren hatte, nutzte ich den darauffolgenden Winter, um sie ein wenig individueller zu gestalten. Wir bauten die Harley fast komplett um. Ein neuer Lenker, kleine Blinker, stylische Spiegel, andere Beleuchtung, ein neuer handgenähter Leder-Sattel und schließlich auch eine komplett neue Lackierung ( Monte-Carlo-Magic… Flipp…Flop Style ).

Nun war sie wahrlich eine Schönheitvon Innen ( auch ohne Merz Spezialdragees)… wie von Aussen

Der gesamte Umbau verschlang noch einmal ca. 4000 Euro. Doch das war es wert, endlich meinen Traum von einem Motorrad zu fahren. Ich war stolz wie Oskar.

Dann kam der Tag des Schreckens…

Da ich die Harley nicht in der kalten Jahreszeit fuhr, hatte sie nur ein Saisonkennzeichen von Mai bis Oktober. Normalerweise stellte ich sie den Winter über in einer Halle, die ich mit ein paar Kumpels gemietet hatte und wo sie es warm und trocken hatte. Nun war es aber schon Mitte November und da ich mein Liebling nicht ungeputzt in ihr Winterlager stellen wollte, ich aber schlecht drauf war, verschob ich das Putzen immer wieder. Deshalb stand sie noch immer unter ihrer Plane vor der Tür. Ich wohnte zu der Zeit etwas außerhalb auf dem Land und in unserer ruhigen Seitenstraße gab es vor jedem Haus nur wenige Parkplätze. An diesem Tag war ich mit dem Auto zur Arbeit gefahren und als ich zurückkam wunderte ich mich, warum die Parklücke vor dem Haus so groß war…

Etwas fehlte…

… meine geliebte Harley war weg. Verschwunden… geklaut? … Auf jeden Fall war sie weg. Dort wo ich meinen Liebling abgestellt hatte klaffte nun nur noch eine Lücke. Ich konnte es nicht glauben, fing an zu zittern und betete dass ich die Zeit nur einen Tag zurückdrehen könnte. Ich würde sie sofort putzen und sicher in der Halle verstauen. „Bitte bitte lieber Gott … mach das mein Moped noch da ist.“ Doch sie blieb verschwunden. Sofort machte ich mich auf zur örtlichen Polizeistation, um das Verschwinden meines Motorrades anzuzeigen.

6 Wochen später bekam ich Post von der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren eingestellt sei. Mein Mopped lieb verschwunden…

Die Polizei vermutete, dass die Diebe mit einem Hänger gekommen seien und das Motorrad dort drauf geladen haben. Doch irgendwie hatte ich sofort so ein Gefühl im Bauch, dass mein Vermieter, der im gleichen Haus wohnte und der eigentlich so etwas wie mein Freund war, etwas mit dem Verschwinden zu tun hatte.

Normalerweise kann ich meinem Bauchgefühl zu 100 % vertrauen….

Irgendwie wusste ich das mein sogenannter Freund in den Diebstahl verwickelt war, ihn wahrscheinlich sogar initiiert hat. Schließlich lief auch die Versicherung auf seinen Namen, da ich Versicherungsprämie sparen wollte und er nur wenig Prozente hatte. Als er mir dann auch noch mitteilte, dass es wegen dem Saisonkennzeichen keine Zahlung der Versicherung geben würde, wurde mein anfängliches Gefühl immer mehr zur Sicherheit.

Er war es….100 pro…

In den darauffolgenden Jahren lag ich so manche Nacht wach und grübelte über diesen Diebstahl nach und darüber wie ich es ihm heimzahlen könnte. Ich hatte so starke Rachegelüste wie noch nie in meinem Leben. Er hatte mir das Wichtigste in meinem bisherigen Leben genommen. Dafür musste ich ihn bezahlen lassen. Nicht nur… dass er mich bestohlen hatte, sondern er hatte auch auf unsere Freundschaft geschissen und meine Ehre verletzt.

Das konnte ich nicht einfach so stehen lassen…

Ich überlegte mir, wie ich ihm auflauern würde und seine Kniescheiben mit einem Baseballschläger bearbeiten würde. Ich würde ihn krankenhausreif schlagen. Oder sollte ich ihn an die Heizung Ketten und seine hässliche, dicke Frau vor seinen Augen vergewaltigen? Ich war zu allem bereit. Ich musste mich rächen. Ihn demütigen. Ihn vernichten. Er sollte bezahlen…

Und sofort beschleunigte sich mein Puls und mein Herz raste wie verrückt … An Einschlafen war jetzt nicht mehr zu denken, während mein sogenannter Freund wahrscheinlich seelenruhig in seinem Bett lag und schlief.

Noch jahrelang nach diesem Geschehen litt ich unter schlaflosen Nächten in denen der Hass mich fast auffrass. Dazu kam, dass ich meinem Vater noch 8500 € zurückzuzahlen hatte und er mir bis zu seinem Tode nicht glaubte, dass mein Motorrad wirklich gestohlen worden war. Er warf mir vor, dass ich wahrscheinlich ein Versicherungsbetrug versucht hatte.

All der Hass und diese Ungerechtigkeit machte mich fertig… fix und fertig… Nacht für Nacht

All das ging solange weiter, bis ich über das Wesen des Hasses reflektiert habe und zu der Erkenntnis kam, dass nur der hassende selbst unter dem Hass und der Wut leidet … und der Täter nicht.

Hass bestraft nur den hassenden…

So nahm ich mir vor, zu versuchen, zu vergeben. Am Anfang erschien es mir fast unmöglich … diese grobe Ehrverletzung hinzunehmen und anstatt mich zu rächen …. zu vergeben. Doch als ich es mehr und mehr schaffte, merkte ich, dass ich langsam ruhiger wurde und besser schlafen konnte.

Schliesslich wurde aus Hass … Vergebung….nicht verzeihen, nicht vergessen….

Ich fügte mich nur in das Unvermeidliche. Weg war weg und egal wie sehr ich auch hasste und auf Rache sinnte … all das würde mir beim Motorrad nicht wieder bringen. Und all diese schlaflosen Nächte schadeten nur Einem…. nämlich mir…

Das merkwürdigste aber war,… dass ich seit ich anfing zu vergeben, … wieder ruhiger einschlafen konnte und mein Innerstes nicht mehr vom Hass aufgefressen wurde. Ich entspannte mich zusehends und eigentlich tat mir mein sogenannter…, damaliger Freund, … nur noch leid.

Die Vergebung hatte den Hass besiegt…

Dies soll dem geneigten Leser nur als Beispiel dienen. Natürlich gibt es auch andere Dinge oder Menschen die wir meinen zu hassen oder auf die wir wütend sind, doch im Endeffekt schaden wir uns mit diesem negativen Gefühlen immer nur selbst, während während der andere davon nichts mitbekommt und sein Leben einfach weiter führt.

Lass die Liebe in dein Herz … damit der Hass verschwindet …

Kategorien Harley Davidson, Hass, VergebungSchlagwörter , , ,

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